Verfolgung und Widerstand: Biographische Aspekte der NS-Diktatur in Bludenz

Eine Ausstellung des Stadtarchivs Bludenz

Galerie allerArt, Raiffeisenplatz 1, 6700 Bludenz

 

Vor 75 Jahren endete im Mai 1945 mit dem Einmarsch der französischen Armee die NS-Diktatur in Bludenz. Einen einschneidenden Bruch bedeutete das vor allem für jene Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung gewesen waren oder Widerstand gegen das faschistische System geleistet hatten. Allerdings wurden ihre Stimmen in der Nachkriegsgesellschaft kaum gehört – zu sehr wurde dadurch der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung ihre Duldung der NS-Verbrechen und in manchen Fällen gar die Mittäterschaft vor Augen geführt. Über Jahrzehnte wurde die Erinnerungskultur vom Gedenken an die gefallenen Soldaten der deutschen Wehrmacht dominiert. Das gilt auch für Bludenz: Mit Alois Jeller wurde ein Widerstandskämpfer zwar sehr bald nach Kriegsende mit der Benennung einer Straße gewürdigt, allerdings ließ eine kritische Auseinandersetzung mit den vielfältigen Facetten von Verfolgung und Widerstand viele Jahrzehnte auf sich warten.

Die zeithistorische Forschung der vergangenen Jahrzehnte macht heute einen wesentlich differenzierteren Blick möglich, auch wenn es noch viele Lücken zu füllen gibt. In der Ausstellung des Stadtarchivs Bludenz werden ausgewählte Biographien von Menschen vorgestellt, die in Bludenz Widerstand gegen das NS-Regime leisteten oder Opfer von Verfolgung wurden. Unter anderem werden die als NS-Euthanasie bezeichnete Ermordung von Menschen mit Behinderung, Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft, Verfolgung aufgrund der NS-Rassenideologie und aus sozialen Gründen sowie der politische und militärische Widerstand zum Thema gemacht.

Mit der Ausstellung soll ein Beitrag für eine Erinnerungskultur geleistet werden, die über das „Gefallenengedenken“ hinausreicht. Das von Alfons Fritz geplante Kriegerdenkmal der Stadt Bludenz, welches schon bei seiner Eröffnung 1928 ob seiner Gestaltung und Formensprache gewürdigt wurde, könnte so in einen Lern- und Gedenkort umgewandelt werden, der auch für die pädagogische Arbeit wichtige Beiträge leistet. Unterrichtsmaterialien zum Thema „Verfolgung und Widerstand in Bludenz“ werden in Anknüpfung an die Ausstellung ab dem kommenden Schuljahr erarbeitet.

 

Dauer der Ausstellung: 21. August bis 10. September 2020

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, jeweils 15.00 bis 18.00 Uhr

Eröffnung: Donnerstag, 20. August 2020, 20.00 Uhr

 

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